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Begriffe von A bis Z

Handwerk-Lexikon

60 Begriffe, die Ihnen bei der Suche nach einem Handwerksbetrieb begegnen – vom Vertrag über Förderung bis zur Haustechnik. Jeder Eintrag erklärt kurz, was der Begriff bedeutet und worauf Sie achten sollten, mit Rechtsgrundlage und Quelle.

Recht und Vertrag

Abnahme
Die Abnahme ist die Erklärung des Bestellers, dass er die fertige Bauleistung als im Wesentlichen vertragsgemäß anerkennt.
Abschlagszahlung
Eine Abschlagszahlung ist eine Zahlung, die ein Betrieb schon während der Bauarbeiten für bereits erbrachte Leistungen verlangt, bevor das Werk fertig und abgenommen ist.
Aufmaß
Das Aufmaß ist die Messung und Dokumentation der tatsächlich ausgeführten Mengen einer Bauleistung, etwa Quadratmeter Fliesen oder laufende Meter Trockenbauwand.
Bauabnahme
Als Bauabnahme bezeichnet man sowohl die Abnahme der Bauleistung gegenüber dem ausführenden Betrieb als auch die Anzeige oder Besichtigung des Baus bei der Bauaufsichtsbehörde.
Gewährleistung
Gewährleistung ist die gesetzliche Pflicht eines Handwerksbetriebs, für Mängel an seiner Leistung einzustehen.
Kostenvoranschlag
Ein Kostenvoranschlag, auch Kostenanschlag genannt, ist die schriftliche oder mündliche Berechnung eines Handwerksbetriebs, was ein Auftrag voraussichtlich kosten wird.
Leistungsverzeichnis
Ein Leistungsverzeichnis (LV) ist die geordnete Liste aller Arbeiten eines Bauauftrags, aufgeteilt in Positionen mit Beschreibung, Menge und Einheit.
Mängelrüge
Eine Mängelrüge, auch Mängelanzeige genannt, ist die Mitteilung des Auftraggebers an den Handwerksbetrieb, dass dessen Leistung einen Mangel hat und beseitigt werden soll.
Schlussrechnung
Die Schlussrechnung ist die abschließende Rechnung, mit der ein Handwerksbetrieb seine gesamte Leistung nach Fertigstellung abrechnet.
Schwarzarbeit
Schwarzarbeit ist eine Dienst- oder Werkleistung, bei der steuerliche oder sozialversicherungsrechtliche Pflichten nicht erfüllt werden, oft verbunden mit der Absprache «ohne Rechnung».
Sicherheitseinbehalt
Ein Sicherheitseinbehalt ist der Teil der Vergütung, den der Auftraggeber zurückhält, um sich gegen Mängel oder eine verspätete Fertigstellung abzusichern.
VOB/B
Die VOB/B ist Teil B der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen: ein Regelwerk aus Vertragsbedingungen für Bauverträge, das nur gilt, wenn beide Seiten es ausdrücklich vereinbaren.
Werkvertrag
Ein Werkvertrag ist ein Vertrag, in dem sich ein Betrieb verpflichtet, ein bestimmtes Werk herzustellen, und der Auftraggeber, dafür zu zahlen.

Betrieb und Qualifikation

Generalunternehmer
Ein Generalunternehmer (GU) ist ein Betrieb, der alle Bauleistungen eines Vorhabens in einem Vertrag übernimmt und Ihnen gegenüber allein dafür einsteht.
Gewerk
Ein Gewerk ist ein abgegrenzter Arbeitsbereich am Bau, den ein bestimmtes Handwerk ausführt, etwa Maurerarbeiten, Elektroinstallation oder Fliesenarbeiten.
Handwerkskammer
Die Handwerkskammer (HWK) ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts, die die Interessen des Handwerks in ihrem Bezirk vertritt (§ 90 Abs. 1 HwO).
Handwerksrolle
Die Handwerksrolle ist das Verzeichnis, das die Handwerkskammer über die Inhaber zulassungspflichtiger Handwerksbetriebe ihres Bezirks führt (§ 6 HwO).
Innung
Eine Innung ist ein freiwilliger Zusammenschluss von Handwerksbetrieben desselben Handwerks in einem Bezirk, etwa der Dachdecker oder Elektriker einer Region.
Meisterbetrieb
Meisterbetrieb ist eine gebräuchliche Bezeichnung für einen Handwerksbetrieb, den eine Person mit bestandener Meisterprüfung führt oder fachlich leitet.
Meisterbrief
Der Meisterbrief ist die Urkunde über die bestandene Meisterprüfung in einem Handwerk.
Stundenverrechnungssatz
Der Stundenverrechnungssatz ist der Betrag, den ein Handwerksbetrieb für eine Arbeitsstunde seiner Beschäftigten berechnet.

Förderung, Steuer und Gesetz

Baugenehmigung
Die Baugenehmigung ist die behördliche Erlaubnis, eine bauliche Anlage zu errichten, zu ändern oder anders zu nutzen.
BEG EM
BEG EM ist die Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen, mit der die BAFA einzelne Sanierungsschritte wie Dämmung oder Fenstertausch bezuschusst.
Energieausweis
Ein Energieausweis ist ein Dokument über die energetischen Eigenschaften eines Gebäudes, ausgestellt als Energiebedarfsausweis oder als Energieverbrauchsausweis.
Gebäudeenergiegesetz (GEG)
Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) ist das Bundesgesetz, das die energetischen Anforderungen an Heizungen und Gebäudehüllen in Deutschland festlegt.
Heizlastberechnung
Die Heizlastberechnung ist ein Rechenverfahren, das ermittelt, wie viel Wärmeleistung ein Gebäude und jeder einzelne Raum braucht, um auch bei strengem Frost warm zu bleiben.
iSFP (individueller Sanierungsfahrplan)
Der iSFP (individueller Sanierungsfahrplan) ist ein schriftlicher Plan, in dem ein Energieberater den Zustand eines Wohngebäudes bewertet und die Sanierung in sinnvolle Schritte gliedert.
Steuerbonus für Handwerkerleistungen (§ 35a EStG)
Der Steuerbonus für Handwerkerleistungen nach § 35a EStG ist eine Ermäßigung der Einkommensteuer für Arbeitskosten, die Handwerksbetriebe in Ihrem Haushalt erbringen.

Heizung, Lüftung und Dämmung

Aufsparrendämmung
Aufsparrendämmung ist eine Dachdämmung, bei der die Dämmschicht als geschlossene Lage oberhalb der Sparren verlegt wird, direkt unter Lattung und Eindeckung.
Blower-Door-Test
Der Blower-Door-Test ist eine Messung, die zeigt, wie luftdicht die Hülle eines Gebäudes ist.
Brennwerttechnik
Brennwerttechnik ist eine Heiztechnik, bei der der Kessel auch die Wärme aus dem Wasserdampf im Abgas nutzt, indem er diesen Dampf kondensieren lässt.
Fußbodenheizung
Eine Fußbodenheizung ist eine Flächenheizung, bei der Heizrohre im Boden liegen und den Raum über die gesamte Bodenfläche erwärmen.
Hydraulischer Abgleich
Hydraulischer Abgleich bezeichnet die Einstellung einer Warmwasserheizung, bei der jeder Heizkörper und jeder Heizkreis genau die Wassermenge erhält, die der Raum für seine Wärme braucht.
Jahresarbeitszahl (JAZ)
Die Jahresarbeitszahl (JAZ) ist das Verhältnis zwischen der Wärme, die eine Wärmepumpe über ein ganzes Jahr abgibt, und dem Strom, den sie dafür verbraucht.
Kontrollierte Wohnraumlüftung
Kontrollierte Wohnraumlüftung (KWL) ist eine Lüftungsanlage, die Wohnräume dauerhaft mit Frischluft versorgt und verbrauchte Luft abführt, meist mit Wärmerückgewinnung.
Perimeterdämmung
Perimeterdämmung ist die Wärmedämmung auf der Außenseite erdberührter Bauteile, also an Kellerwänden und unter der Bodenplatte.
Pufferspeicher
Ein Pufferspeicher ist ein gedämmter Wasserbehälter im Heizkreis, der Wärme zwischenspeichert und zeitversetzt an Heizkörper oder Fußbodenheizung abgibt.
U-Wert
Der U-Wert, auch Wärmedurchgangskoeffizient genannt, ist die Kennzahl dafür, wie viel Wärme durch ein Bauteil nach außen verloren geht.
Vorlauftemperatur
Die Vorlauftemperatur ist die Temperatur, mit der das Heizwasser vom Wärmeerzeuger zu den Heizkörpern oder zur Fußbodenheizung fließt.
WDVS (Wärmedämmverbundsystem)
Ein WDVS (Wärmedämmverbundsystem) ist eine Fassadendämmung, bei der Dämmplatten, Armierung und Putz als aufeinander abgestimmtes System direkt auf die Außenwand kommen.

Elektro und Solar

Balkonkraftwerk
Ein Balkonkraftwerk, auch Steckersolargerät oder Mini-PV genannt, ist eine kleine Solaranlage, die über einen Stecker Strom in den Endstromkreis des Haushalts einspeist.
E-Check
Der E-Check ist eine Prüfung der elektrischen Anlage in Wohnung oder Haus durch einen Elektrofachbetrieb, der den sicheren Zustand von Leitungen, Schutzeinrichtungen und Anschlüssen dokumentiert.
FI-Schalter
Ein FI-Schalter, auch Fehlerstromschutzschalter oder RCD genannt, ist eine Schutzeinrichtung im Stromkreis, die bei einem Fehlerstrom sofort abschaltet.
Stromspeicher
Ein Stromspeicher ist eine Batterie, die tagsüber erzeugten Solarstrom aus der Photovoltaikanlage aufnimmt und später im Haus bereitstellt.
Überspannungsschutz
Überspannungsschutz ist eine Schutzeinrichtung in der Elektroinstallation, die kurze Spannungsspitzen aus Blitzeinschlägen oder Schalthandlungen im Netz ableitet, bevor sie Geräte beschädigen.
Wallbox
Eine Wallbox ist eine fest installierte Ladeeinrichtung für Elektrofahrzeuge, die an der Wand oder auf einem Standfuß montiert und direkt an die Hausinstallation angeschlossen wird.
Wechselrichter
Ein Wechselrichter, auch Inverter genannt, ist das Gerät, das den Gleichstrom aus Solarmodulen in netzüblichen Wechselstrom umwandelt.
Zählerschrank
Ein Zählerschrank, auch Zählerkasten genannt, ist der Schrank, in dem Stromzähler, Hauptsicherungen und meist die Stromkreisverteilung mit den Schutzeinrichtungen eines Gebäudes untergebracht sind.

Bau, Ausbau und Sanierung

Asbest
Asbest ist ein faseriges Mineral, das früher in vielen Baustoffen verarbeitet wurde und dessen eingeatmete Fasern als krebserregend gelten.
Dampfsperre
Eine Dampfsperre ist eine Schicht, meist eine Folie, die im Bauteil verhindert, dass Wasserdampf aus der warmen Raumluft in die Dämmung eindringt.
Dichtschlämme
Dichtschlämme ist eine mineralische, zementgebundene Abdichtungsmasse, die auf Mauerwerk, Beton oder Estrich gestrichen oder gespachtelt wird.
Estrich
Estrich ist eine Schicht aus Mörtel oder Platten, die auf dem Rohboden oder einer Dämmung liegt und als ebener, tragfähiger Untergrund für den Bodenbelag dient.
Fliesenspiegel
Ein Fliesenspiegel ist die geflieste Wandfläche zwischen Arbeitsplatte und Oberschränken, die in der Küche die Wand vor Spritzwasser, Fett und Schmutz schützt.
Horizontalsperre
Eine Horizontalsperre ist eine waagerechte Sperrschicht im Mauerwerk, die verhindert, dass Feuchtigkeit aus dem Boden kapillar in der Wand aufsteigt.
Kernsanierung
Eine Kernsanierung ist die Sanierung eines Gebäudes bis auf die tragende Substanz:
Legionellenprüfung
Die Legionellenprüfung ist eine Untersuchung des Trinkwassers auf Legionellen:
Q-Stufen (Q1 bis Q4)
Q-Stufen (Q1 bis Q4) sind die Qualitätsstufen, in denen Wand- und Deckenflächen gespachtelt werden, vor allem Gipsplatten im Trockenbau.
Ringanker
Ein Ringanker ist ein umlaufender Gurt aus Stahlbeton, der die Außenwände eines Mauerwerksbaus auf Höhe der Decke oder unter dem Dach miteinander verbindet.
Rohbau
Der Rohbau ist der tragende Grundkörper eines Gebäudes:
Trockenbau
Trockenbau ist eine Bauweise, bei der Wände, Decken und Vorsatzschalen ohne Mörtel aus Metall- oder Holzprofilen und Platten wie Gipskarton entstehen.

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