Auch: Hauptpotentialausgleich
Potentialausgleich bezeichnet die Verbindung aller leitfähigen Metallteile eines Gebäudes mit einem gemeinsamen Erdungspunkt, damit zwischen ihnen keine gefährliche Spannungsdifferenz entstehen kann. Wasserleitungen, Heizungsrohre, Gasleitungen, Lüftungskanäle und die Gebäudeerdung werden dazu an eine zentrale Potentialausgleichsschiene im Zählerschrank angeschlossen, den sogenannten Hauptpotentialausgleich. Berührt jemand gleichzeitig zwei Metallteile im Haus, bleibt das dadurch ungefährlich, selbst wenn irgendwo ein Fehlerstrom fließt.
Warum der Potentialausgleich bei alten Häusern oft fehlt
In Häusern aus früheren Jahrzehnten fehlt der Hauptpotentialausgleich häufig oder ist unvollständig ausgeführt. Früher übernahmen metallene Wasserleitungen im Erdreich häufig selbst die Funktion der Erdung, ein Nebeneffekt der alten Rohrmaterialien. Seit Trinkwasserleitungen zunehmend aus Kunststoff bestehen, entfällt dieser natürliche Schutz, ohne dass Eigentümer das bemerken.
Auch Anbauten, ausgetauschte Heizungen oder neue Sanitärinstallationen unterbrechen bestehende Verbindungen leicht, wenn niemand den Potentialausgleich mitdenkt. Das Ergebnis sind Metallteile im Haus, die im Fehlerfall unterschiedliches Potential annehmen können, obwohl von außen alles unauffällig wirkt.
Worauf Bauherren bei Sanierung und Zählerschrank achten sollten
Wer ein Bad saniert, die Heizung erneuert oder den Zählerschrank modernisieren lässt, sollte den Elektriker gezielt nach dem Hauptpotentialausgleich fragen und sich die Verbindung an der Potentialausgleichsschiene zeigen lassen. Badewanne, Duschtasse, Heizkörper und metallene Rohrleitungen gehören dort ebenso angeschlossen wie die Gebäudeerdung.
Lose, korrodierte oder fehlende Klemmen an der Schiene sind ein Warnzeichen, das ein Fachbetrieb beheben sollte, bevor neue Leitungen verlegt werden. Bei Unsicherheit über den Zustand der eigenen Installation hilft eine Rückfrage beim ausführenden Elektriker oder bei der Verbraucherzentrale.
Bedeutung für Photovoltaik und neue Elektroinstallationen
Auch eine Photovoltaikanlage muss in den Potentialausgleich eingebunden werden, damit Wechselrichter, Unterkonstruktion und Modulrahmen auf demselben Spannungsniveau liegen wie der Rest des Hauses. Solarteur und Elektriker sollten diesen Schritt gemeinsam abstimmen, damit die Anlage nicht isoliert vom bestehenden Erdungssystem bleibt.