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Handwerk-Lexikon

Blitzschutz

Auch: Blitzschutzanlage

Blitzschutz ist die Gesamtheit technischer Maßnahmen, die ein Gebäude und seine Bewohner vor den Folgen eines Blitzeinschlags schützen. Man unterscheidet den äußeren Blitzschutz auf dem Dach, der den Blitzstrom auffängt und kontrolliert in die Erde ableitet, vom inneren Blitzschutz im Verteiler, der Geräte und Leitungen vor Überspannungen bewahrt. Wer neu baut, saniert oder eine Solaranlage plant, sollte prüfen, ob eine Anlage sinnvoll ist.

Was der äußere Blitzschutz auf dem Dach leistet

Der äußere Blitzschutz besteht aus Fangeinrichtungen auf dem Dach, etwa Fangstangen oder einem Maschennetz aus Metall, sowie Ableitungen an der Fassade und einer Erdungsanlage im Boden. Diese Teile fangen den Blitzstrom auf und leiten ihn kontrolliert ins Erdreich, statt dass er sich unkontrolliert einen Weg durch Dach, Mauerwerk oder Leitungen sucht.

Wer ein Dach neu decken oder sanieren lässt, sollte den Dachdecker fragen, ob eine vorhandene Blitzschutzanlage während der Arbeiten unterbrochen wird und danach wieder fachgerecht angeschlossen werden muss. Wird das versäumt, schützt die Anlage nach der Sanierung möglicherweise nicht mehr durchgängig.

Was im Verteiler passiert: der innere Blitzschutz

Der innere Blitzschutz schützt Leitungen, Geräte und Elektronik im Haus vor der Überspannung, die ein Blitzeinschlag auch dann verursacht, wenn er nicht direkt ins eigene Gebäude einschlägt. Dazu gehören Überspannungsschutzgeräte im Sicherungskasten und ein durchgängiger Potentialausgleich, der alle leitfähigen Teile im Haus auf dasselbe elektrische Niveau bringt. Ein Elektriker prüft, ob die vorhandene Verkabelung und der Potentialausgleich dafür ausgelegt sind, bevor er Schutzgeräte nachrüstet.

Solaranlage auf dem Dach: die Frage stellt sich neu

Eine Photovoltaikanlage verändert die Lage auf dem Dach, weil Module, Halterungen und Leitungen selbst zu leitfähigen Teilen werden, die in ein bestehendes Blitzschutzkonzept eingebunden oder mit ausreichendem Abstand davon getrennt werden müssen. Fehlt diese Abstimmung, kann ein Blitzstrom über die Solarleitungen bis in den Wechselrichter und den Verteiler wandern und dort Schäden verursachen, die ein einfacher Überspannungsschutz nicht auffängt.

Bauherren sollten Solarteur und Elektriker oder Blitzschutzfachbetrieb vor der Montage gemeinsam planen lassen, wer welchen Teil der Anlage übernimmt und wie die Gewerke aufeinander abgestimmt werden. Bei Unklarheiten über die Zuständigkeit hilft ein Blick in die Verträge beider Betriebe oder eine Nachfrage bei der Verbraucherzentrale.

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