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Handwerk-Lexikon

Wärmebrücke

Auch: Kältebrücke

Eine Wärmebrücke ist eine Stelle in der Gebäudehülle, an der mehr Wärme nach außen entweicht als durch die umgebende Fläche. Man spricht auch von Kältebrücke, weil die Innenoberfläche dort kühler bleibt als die Wand daneben. Typische Stellen sind Fensterlaibungen, Rollladenkästen, Balkonplatten und Gebäudeecken, wo die Dämmung unterbrochen oder dünner ist als in der Fläche.

Wo Wärmebrücken sitzen und warum dort zuerst Schimmel wächst

Wärmebrücken sitzen an Bauteilkanten, Durchdringungen und Materialwechseln: an Fensterlaibungen, Rollladenkästen, Balkonplatten, Gebäudeecken, Sockeln und an Anschlüssen von Wand zu Decke oder Dach. An diesen Punkten kühlt die Bauteiloberfläche innen stärker aus als in der Fläche daneben.

Erhöhte Feuchte entsteht unter anderem durch Kondensation der Luftfeuchte an kalten Wänden, die durch Wärmebrücken oder unzureichende Wärmedämmung entstehen. Sinkt die Oberflächentemperatur unter den Taupunkt, schlägt sich Feuchtigkeit nieder. Genau an diesen kalten Stellen setzt sich Schimmel zuerst fest, oft lange bevor er sichtbar wird.

Was das für Ihren Auftrag bedeutet

Ein Gebäude ist so zu errichten, dass der Einfluss konstruktiver Wärmebrücken auf den Jahres-Heizwärmebedarf nach den anerkannten Regeln der Technik so gering wie möglich gehalten wird (§ 12 GModG). Bauherren sollten sich für kritische Anschlüsse Detailpläne zeigen lassen und bei Dämmtechniker, Fassadenbauer oder Energieberater nachfragen, wie diese Punkte ausgeführt werden.

Bei einer Sanierung lohnt sich der Blick auf genau diese Stellen zuerst. Eine nachträgliche Dämmung, die Wärmebrücken übergeht, verlagert das Schimmelrisiko nur an die nächste ungedämmte Stelle. Bei Unsicherheit über die richtige Ausführung hilft eine Einschätzung durch Energieberater oder Verbraucherzentrale.

Rechtsgrundlagen und Quellen

Allgemeine Information, keine Rechtsberatung im Einzelfall.

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