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Handwerk-Lexikon

Heizkurve

Auch: Heizkennlinie

Die Heizkurve ist die Einstellung an der Heizungsanlage, die festlegt, welche Vorlauftemperatur das Heizsystem bei welcher Außentemperatur liefert. Auch Heizkennlinie genannt, bestimmt sie über Steilheit und Niveau, wie stark die Heizung bei Kälte nachlegt. Ein Fachbetrieb stellt sie beim Einbau oder bei der Wartung ein; falsch eingestellt treibt sie Verbrauch und Kosten unnötig in die Höhe.

Gesetzliche Vorgabe für neue Heizungen

Wird eine Zentralheizung neu eingebaut, muss sie nach § 61 Abs. 1 GModG zentrale, selbsttätig wirkende Einrichtungen haben, die die Wärmezufuhr nach der Außentemperatur oder einer anderen geeigneten Führungsgröße und nach der Zeit verringern und abschalten. Die Heizkurve setzt genau diese Vorgabe um: Sie sorgt dafür, dass die Anlage bei steigenden Außentemperaturen automatisch weniger Vorlauftemperatur liefert, statt ständig auf demselben hohen Niveau zu heizen.

Woran zu hoch eingestellte Kurven auffallen

Steht die Kurve zu steil oder zu hoch, heizen Heizkörper auch bei milder Witterung stark durch, Fenster werden trotz laufender Heizung gekippt, und Thermostatventile regeln kaum noch nach. Bauherren sollten den Fachbetrieb bitten, die Einstellung nach der Übergabe an das Gebäude anzupassen, statt die Werkseinstellung zu belassen. Nach einer Fassadendämmung, einem Fenstertausch oder einem Heizkörpertausch lohnt sich eine erneute Prüfung, weil die alte Kurve dann meist zu hoch eingestellt bleibt und Energie verschwendet.

Prüfpflicht in größeren Bestandsgebäuden

In Gebäuden mit mindestens sechs Wohnungen prüft die Heizungsprüfung älterer Anlagen nach § 60b Abs. 1 GModG unter anderem, welche Maßnahmen die Vorlauftemperatur senken können. Die Anpassung der Heizkurve zählt zu diesen Maßnahmen. Eigentümer und Vermieter solcher Gebäude sollten das zum Anlass nehmen, die Einstellung von einem Fachbetrieb prüfen und dokumentieren zu lassen.

Rechtsgrundlagen und Quellen

Allgemeine Information, keine Rechtsberatung im Einzelfall.

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